Dacheindeckung

Dachsanierung oder Neueindeckung? Vorgehensweise und Kosten

Effizient als auch fachgerecht das Dach neueindecken und sanieren. Hier erfährst du, welche Faktoren eine wichtige Rolle spielen und wie du dabei vorgehen solltest.

Dach neu decken oder sanieren?

Dein Hausdach schützt dein Zuhause nicht nur vor Witterungen, sondern trägt auch entscheidend zur energetischen Effizienz sowie zum Wohnkomfort bei. Doch im Laufe der Zeit können Dächer beschädigt werden, was eine Sanierung oder sogar eine komplette Neueindeckung erforderlich macht.

Ein solches Vorhaben erfordert eine gründliche Planung der notwendigen Maßnahmen, um sicherzustellen, dass das Ergebnis sowohl wirtschaftlich als auch langlebig ist.

Ob dein Dach lediglich neu gedeckt werden muss oder komplett saniert wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Unter anderem das Alter des Dachstuhls (Sanierungsgrad), die Dachform- und Größe sowie die gewünschten Ziegel- oder Dachsteinart bestimmen die Kosten pro Quadratmeter.

Grundsätzlich ist zwischen einer Dacheindeckung und Dachsanierung zu unterscheiden: Bei einer Dacheindeckung wird der Dachbelag, welcher aus Dachsteinen oder Ziegeln besteht, ausgewechselt. In manchen Fällen findet auch ein Austausch der Unterkonstruktion statt, wobei alle anderen Bestandteile wie der Dachstuhl oder die Dachdämmung belassen werden.

Anders ist dies bei einer Dachsanierung. Eine Sanierung ist zeitintensiver und aufwendiger verglichen mit einer reinen Dacheindeckung, wo je nach Zustand Dachstuhl, Zwischensparrendämmung sowie die Unterspannbahn neu verlegt werden müssen. In unserem Ratgeber erfährst du mehr darüber, welche Maßnahmen notwendig sind und welche Kosten anfallen können.


Welche Faktoren beeinflussen die Kosten einer Neueindeckung?


  1. Größe und Form des Daches
    Je nach Dachform gestaltet sich die Neueindeckung aufwendiger. Beispielsweise sind Satteldächer oder Pultdächer bei einer Neueindeckung weniger aufwendig als Zelt- oder Walmdächer

  2. Gewünschte Dacheindeckung: Material der Dacheindeckung

  3. Holzmaterial für die Erstellung von Lattung, Sparren oder Pfetten

  4. Dachdämmung, welche die Vorgaben des Gebäude-Energie-Gesetzes erfüllen muss

  5. Entsorgung des Altdaches (Container)

  6. Zusatzkosten zum Beispiel für Dachentwässerung oder neue Dachfenster

Vorgehensweise beim Neueindecken des Daches:


1. Überprüfung Zustand der aktuellen Dacheindeckung:

Zunächst ist der Zustand der aktuellen Dacheindeckung zu beurteilen. Hier wird festgelegt, ob ein Abriss des Daches vorgenommen werden muss.

Bei einem Abriss sind die Kosten für einen Container einzuplanen. Je nach Anbieter variieren diese zwischen 600 – 800 € für ein Container mit Fassungsvermögen von 10m³.


2. Überprüfung Zustand des Dachstuhls

Soll der Dachstuhl auch erneuert werden, müssen Kosten für das Holz einkalkuliert werden, welche für die Erstellung eines Pfetten- oder Sparrenholzes anfallen. Zudem sind auch Kosten für die Zwischensparrendämmung einzukalkulieren, die für eine optimale Wärmedämmung und Energieeinsparung auf dem Dach sorgt.


3. Auswahl des Dachmaterials sowie Ermittlung der benötigten Menge

Für eine Neueindeckung können verschiedenste Materialien in Betracht kommen.

  • Flachdachziegel
  • Tonziegel
  • Betondachsteine
  • Metalldachziegel
  • Faserzementeindeckung
  • Reet
  • Schiefer

Dabei variieren die Kosten für die Neueindeckung je nach gewählter Materialart. Die preisgünstigste Wahl sind Metalldachziegel, welche je Quadratmeter bei ca. 15 € beginnen. Das teuerste Material für eine Dacheindeckung ist Reet, das bei ca. 100 € pro Quadratmeter beginnt.


4. Einholen von Genehmigungen (falls erforderlich)

Je nach Umfang der Veränderung am Dach, werden gegebenenfalls Genehmigungen beim zuständigen Bauamt erforderlich. Sind beispielsweise nur einfache Renovierungsarbeiten geplant, wie z.B. der Austausch von Dachziegeln, dann ist in der Regel keine Genehmigung nötig. Bei größeren Veränderungen wie z.B. die Änderung der Dachkonstruktion oder die Anpassung der Dachneigung wird immer eine Genehmigung benötigt.

Für welche Arbeiten jedoch schlussendlich eine Genehmigung eingeholt werden muss, hängt wiederum individuell vom örtlichen Bauamt ab. Einige Maßnahmen erfordern keine Genehmigung, sondern lediglich eine Anmeldung.


5. Demontage der alten Dacheindeckung

Im nächsten Schritt sind die Dachziegel oder Dachsteine sorgfältig zu entfernen. Dabei wird üblicherweise ein Gerüst aufgebaut, das zur Einhaltung der Sicherheitsvorschriften, unter denen Dacharbeiten vorgenommen werden dürfen, vorgesehen ist.

SONDERFALL: Bei einer Dacheindeckung, die sehr asbesthaltig ist, müssen Arbeiten wie Abbau und Entsorgung der Dacheindeckung von einer Fachfirma übernommen werden.


6. Anbringung einer neuen Traglattung und Dachdämmung

Nachdem die alte Dacheindeckung entfernt und entsorgt wurde, werden ebenfalls Traglattung und Konterlattung abmontiert.

Vor Anbringung der neuen Dachdämmung wird die Traglattung befestigt. Hier ist darauf zu achten, dass diese in den richtigen Abständen montiert wird. Der Lattenabstand ist je nach gewählter Dacheindeckung unterschiedlich. Die Kosten für die neue Trag- und Konterlattung liegen zwischen 15 und 45 €/qm.

Nach dem Gebäude-Energie-Gesetz muss bei einer Neueindeckung des Daches auch eine neue Dämmung eingebaut werden. Welche Dämmmethode die richtige ist, hängt vom Zustand des Daches ab. Die Kosten variieren je nach Wahl des Dämmungsmaterials und der damit verbundenen Energieeffizienz. Man unterscheidet zwischen verschiedenen Materialien, dazu zählen unter anderem Einblasdämmung, Untersparrendämmung, Zwischensparrendämmung sowie Aufsparrendämmung inkl. Neueindeckung.


Dämmmaterial Beschreibung
Aufsparrendämmung Bei Erneuerung der Dacheindeckung bietet die Aufsparrendämmung Außendämmung mit lückenlosem Wärme- und Hitzeschutz. Platten oder Klemmfilz aus Steinwolle/Glaswolle werden flächig zwischen Sparren und Eindeckung montiert. Effektivste Methode, oft bei Neubauten genutzt.
Auflattdämmung Weiterentwickelte Variante der Aufsparrendämmung mit Dämmung über Sparren und Dachlattung für eine durchgehende Dämmung.
Untersparrendämmung Innendämmung der Dachschräge ohne komplette Dachabdeckung. Verbesserung bestehender, ineffektiver Dämmung. Geringere Kosten, jedoch können hierbei Wärmebrücken entstehen.
Zwischensparrendämmung Anwendbar dann, wenn der Raum zu niedrig werden würde. Dämmung zwischen den Sparren, was dazu führt, dass mehr Dämmstoff benötigt wird. Für eine optimale Wärmedämmung mit einer Untersparrendämmung kombinieren.
Einblasdämmung Sonderfall: Dieses Dämmmethode ist von allen genannten die ineffektivste und zugleich kostengünstigste. Einblasen des Dämmmaterials in den geschaffenen Hohlraum.

Als kostengünstigste Variante gelten die Einblasdämmung sowie die Zwischensparrendämmung. Die Aufsparrendämmung inkl. Neueindeckung gehört zu den teuersten Dachdämmungen und die Kosten belaufen sich zwischen 150 und 250 €/qm.


7. Anbringung der neuen Dacheindeckung

Bei der Neudeckung eines Daches müssen verschiedene Verlegearten und -techniken je nach Dachmaterial berücksichtigt werden. Für Ziegel- oder Schindeldächer sind beispielsweise die Reihenverlegung und die Stufenverlegung gängige Methoden. Bei der Reihenverlegung werden die Dachelemente in gleichmäßigen Reihen angebracht, während bei der Stufenverlegung die einzelnen Schichten versetzt angeordnet werden, um eine bessere Stabilität zu gewährleisten.

Für Blechdächer hingegen kommen andere Verlegearten wie die Falztechnik oder die Klicktechnik zum Einsatz. Bei der Falztechnik werden die Bleche überlappend verlegt und an den Rändern miteinander verfalzt, um eine wasserdichte Verbindung zu schaffen. Die Klicktechnik hingegen ermöglicht eine einfache als auch schnelle Montage, bei der die Bleche miteinander verriegelt werden. In unserem Shop findest du eine Reihe von Dachblechen, die sich für eine fachgerechte Dacheindeckung eignen. Wie sich diese unterscheiden, erfährst du hier.


8. Zusatzarbeiten

Bei der Installation einer neuen Dachbedeckung können zusätzliche Kosten durch verschiedene Zusatzleistungen oder Sonderwünsche entstehen. Ein wichtiger Aspekt ist die Anbindung und Abdichtung des , um sicherzustellen, dass keine Feuchtigkeit eindringen kann.

Darüber hinaus können Elemente der Dachbegehung wie Dachtritte und Laufroste und eine Ausstiegsluke erforderlich sein, um den Zugang zum Dach zu erleichtern. In einigen Regionen werden Schneefanggitter empfohlen, um Schneeansammlungen auf dem Dach zu verhindern. Wir bieten dir im Set an, mit denen du Dachlawinen an deinem Dach vermeidest.

Die Installation einer Dachrinne ist ebenfalls wichtig, um das Regenwasser effizient abzuleiten. Hierfür haben wir in unserem Sortiment unterschiedliche Dachrinnen-Sets in verschiedenen Größen aus Kunststoff und Zink für eine optimale Regenwasserableitung. Wenn du überdies Dachauf- und einbauten wie Dachfenster, Gauben oder Zwerchgiebel einplanst, solltest du auch diese Kosten berücksichtigen.


9. Dachsanierung Förderung

Die Dachsanierung ist ein bedeutender Schritt, um die Energieeffizienz und den langfristigen Wert eines Gebäudes zu erhalten. In diesem Zusammenhang spielt die finanzielle Unterstützung durch verschiedene Förderprogramme eine entscheidende Rolle. Diese Förderungen können von staatlichen Stellen, Kommunen oder Energieversorgungsunternehmen bereitgestellt werden und tragen dazu bei, die Kosten für die Dachsanierung erheblich zu reduzieren. Durch die Umsetzung einer qualitativen Dachdämmung wird nicht nur Energie gespart, sondern auch der Wohnkomfort gesteigert und der ökologische Fußabdruck verringert.

Ob dein Dach neu gedeckt oder saniert wird, ist wie du erfahren hast von verschiedenen Faktoren abhängig. Daher ist es wichtig, den Zustand deines Daches genau zu bewerten, um zu entscheiden, welche Maßnahmen notwendig sind und welche Kosten auf dich zukommen.


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Autor
Ayana

Aufmacherbild
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